Unsere SoLaWi im März

Jetzt ist der Boden nicht mehr so nass und die Felder konnten auf die Pflanzungen vorbereitet werden. Unter warmem Vlies verbergen sich nun die neuen, schon bepflanzten und eingesäten Market-Garden-Beete. Hier wachsen sämtliche Gemüsearten, wie z. B. Salate, Fenchel, Lauchzwiebeln, Kohlrabi, Spitzkohl, Blumenkohl, Weißkohl, Rotkohl, Radieschen, Rettich, Rübchen, Rote Bete & Spinat. Auch der Knoblauch, der im Herbst gesteckt wurde, legt schon richtig los.

Die ersten Möhren, Pastinaken, Wurzelpetersilie und dicken Bohnen wurden auf Dämmen gesät, da sich der Boden so gut erwärmt, besser die Feuchtigkeit hält und vor allem die Möhren auf unseren schweren Böden besser durch die Erde kommen.

Möhrendämme; Foto: Lea Nagel

Leider musste der große Trecker in die Werkstatt, obwohl er erst 2 Jahre alt ist. Die benötigten Ersatzteile waren aufgrund der Corona-Krise nicht so schnell zu beschaffen, aber glücklicherweise bekamen wir kostenlos einen Ersatztrecker gestellt und konnten so die Felder weiter bearbeiten.

In den Gewächshäusern wächst es mächtig! Die Salate sind bald erntereif und die anderen Kulturen wie Lauchzwiebeln, Kohlrabi und Blumenkohl entwickeln sich prächtig. Die riesigen Endivien und der wunderschöne Mangold stammen aus der Herbstpflanzung und sind in diesem Jahr aufgrund des milden Winters 2 Wochen eher reif als in den vergangenen Jahren. Auch Feldsalat und die ersten Radieschen können schon geerntet werden. Die Tomaten konnten noch nicht wie geplant im großen Gewächshaus gepflanzt werden, da es auf einmal wieder sehr kalte Nächte mit bis zu minus 6 C gab.

Als wir dringend Nachschub an Gasflaschen zum Beheizen bzw. Frostfreihalten des Gewächshauses brauchten, standen wir am Baumarkt zunächst vor verschlossenen Türen, da man dafür jetzt einen Gewerbeschein vorweisen musste. Für die Landwirtschaft gibt es keinen Gewerbeschein, aber zum Glück haben wir in diesem Jahr ein Gewerbe für die Fleischanteile gegründet, so klappte es dann doch noch …

Foto: Lea Nagel

Als kleines Experiment wollen wir in diesem Jahr unsere eigenen Süßkartoffeln aus Stecklingen gewinnen. Dazu pflanzt man kleine Süßkartoffelstücke (von der letzten Ernte zu diesem Zweck gelagert) in Erdtöpfe, bedeckt diese mit Erde und hält sie schön warm und feucht. Im Nu fangen sie an, Ausläufer zu bilden. Somit würden wir dann alle unsere Jungpflanzen komplett selbst ziehen und könnten den Süßkartoffelanbau ausweiten, ohne auf andere angewiesen zu sein.

Anfang des Monats sind die neuen Hühner eingezogen! Sie fühlen sich sehr wohl und auch die Eier werden nun jeden Tag etwas mehr 🙂

Foto: Lea Nagel

Die Schafe werden wieder mit Heu gefüttert, da die Weiden kein frisches Grün mehr hergeben. Sie sind jetzt alle zusammen auf einer kleinen Koppel und die Lämmer sind mächtig gewachsen! Als kleine Überraschung kam am 31.03. ein Nachzügler-Lamm zur Welt, welches uns morgens auf der Weide begrüßte.

Die Pferdearbeit liegt leider zunächst still. Leas Seminar zur Pferdearbeit wurde abgesagt, und anderweitige Unterstützung für den Start mit den Geräten fiel aufgrund von Quarantäne des betreffenden Hofes weg. Dafür haben wir nun jede Menge Arbeitsgeräte für Loni gefunden und brauchen fast nichts mehr.

Uwe und Ivo bei den Bienen. Foto: Lea Nagel

Im Frühling werden auch die Bienen wieder aktiv. 5 Völker haben wir nun – 2 sind wegen der Varroa-Milbe leider nicht durch den Winter gekommen. Wenn die Kinder ständig hier sind, muss der kleine Ivo mit imkern. Hier guckt er begeistert im kleinen Imkeranzug in den Bienenkasten. Dass man sie nicht streicheln sollte, hat er zum Glück schon begriffen 😉

Wir freuen uns, dass eine neue Auszubildende bei uns die freie Ausbildung im ersten Lehrjahr beginnt. Nachdem wir auch die Lücke bei den Mitarbeitern schließen konnten, ist unser Team nun wieder komplett, und alle sind hoch motiviert.

Auch wenn …

  • es sehr mühsam und anstrengend ist, mit ständiger Kinderbegleitung zu arbeiten,
  • es im Team ungewohnt ist, ständig den Abstand zueinander zu wahren,
  • selbst der Weg zur Arbeit schon zu einer organisatorischen Herausforderung wird, da normalerweise 3 Leute in einem Auto zur Arbeit kommen,
  • es uns in der Seele weh tut, niemanden hier begrüßen zu dürfen,
  • unsere gesamten Veranstaltungen abgesagt werden mussten,

… können wir uns glücklich schätzen, da wir nahezu unabhängig von der großen Wirtschaft sind und viele Bereiche bei uns weitestgehend autark ablaufen. Dies beweist uns einmal mehr, dass die SoLaWi der vollkommen richtige Weg ist!