Der Hof

Die Familie Nagel betreibt seit 30 Jahren einen ursprünglich 2 ha großen Gemüsebaubetrieb („von Aubergine bis Zucchini“) nach den Richtlinien des Demeter-Verbands. Das Überleben des Hofes war aufgrund des zunehmenden Preisdumpings und der unsicheren Abnahmesituation – auch im Bio-Einzelhandel – und der für ausschließliche Direktvermarktung ungünstigen Lage in der bisherigen Form nicht möglich. Deshalb wird der Hof seit 2013 von Lea Nagel als Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) weitergeführt. Seit 2015 ist auch Leas Partner Uwe nun „hauptberuflich“ mit in die SoLaWi eingestiegen, in die er sich bis dahin schon umfangreich eingebracht hatte. Leas Vater betreibt parallel dazu den Hofladen in Groß Dahlum. Die SoLaWi Dahlum kann aktuell (Stand: 2018) rund 130 Personen von April bis Dezember mit Gemüse und Obst versorgen.

Feld mit angrenzenden Gewächshäusern
Foto: Thomas Liebner

In den drei großen Gewächshäusern wachsen seit Jahren erfolgreich sehr schmackhafte Tomaten, Auberginen, Gurken, Kräuter und vieles mehr. Schon früh im Jahr gibt es aus den Kalt-Folienhäusern z.B. Petersilie, Salate, Mangold, Mairübchen, Stangensellerie, Fenchel und Rucola. Im Freiland wachsen alle Sorten von Kräutern, Salate, Kohlrabi, Rhabarber, Zwiebeln, Sellerie, Zuckermais, Kürbisse, Zucchini, Gurken, Bohnen, sämtliche Kohlsorten, (wenige) Erdbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Pflaumen, Mirabellen, Äpfel, Brombeeren und vieles mehr. Alle Jungpflanzen werden im Betrieb selbst gezogen! Aufgrund des schweren Bodens können Kulturen wie Schwarzwurzel nicht angebaut werden. Seitdem eine Dammfräse angeschafft wurde, ist auch der Anbau von Möhren, Pastinaken und Petersilienwurzel möglich. Das Anbausortiment legen Lea, Uwe und die SoLaWi-Mitglieder gemeinsam am Jahresende für das nächste Jahr fest.

Kirschbaum und Gewächshaus
Foto: Thomas Liebner

2015 wurde mit der Zucht von Rassehühnern begonnen. Die Marans (eine alte Zweinutzungs-Rasse) wurden selber ausgebrütet und für die Legehennenhaltung weiter gezüchtet. Die Hähnchen wurden nach ca. 4 – 6 Monaten geschlachtet, da sie zu aggressiv wurden. Es sollte eine kleine Herde von 100 Legehennen entstehen. Die Eier sind ab 2016 in die Belieferung der Verteilstationen integriert. Leider war die Legeleistung der Marans deutlich geringer als angegeben, und der Bruterfolg war gering. Deswegen wurden 2016 Hybridhühner von einem demeter-Zuchtbetrieb gekauft. Mitte 2017 wurde die Herde durch Hennen und zwei Hähne von der Initiative Ökologische Tierzucht gGmbH (ÖTZ) teilweise verjüngt. Die Tiere gehören zur neuen Rasse „Domäne Silber“ – dies ist eine Kreuzung aus den Rassen „White Rock“ und „New Hampshire“. Wenn die Erfahrungen damit positiv sind, könnten künftig zusätzlich zu den Hennen die Küken der „Bruderhähne“ mitgekauft und großgezogen werden. Die Hühner haben tagsüber Auslauf auf verschiedenen Grünflächen und sind durch ein Netz vor Greifvögeln geschützt. Nachts und zum Eierlegen sind sie im mobilen Hühnerwagen.

Hahn und Hühner
Foto: Thomas Liebner

Durch die Zupacht von ca. 0,8 ha Ackerland südlich von Groß Dahlum können seit 2015 Kartoffeln, Zwiebeln und Kürbisse in größerem Umfang angebaut werden. Auch die Hühner haben ihren Auslauf teilweise im Kleegras auf der neuen Fläche. Seit 2016 weiden einige Ostfriesische Milchschafe und ihre Lämmer die Grünflächen um die Obstbäume ab und sparen viel Hand-Mäharbeit.

Schaf und Lamm
Foto: Thomas Liebner

Anfang 2018 konnte nahe dem Nachbarort Wobeck eine weitere, bisher extensiv genutzte, Ackerfläche gepachtet werden, zusammen mit Grünland und einem Feldgehölz (zusammen  1,6 ha). Dort weiden zeitweise die Schafe und sechs Schweine (Duroc-Sattelschwein-Mischlinge). Fleisch von Hühnern, Schafen und Schweinen kann seit 2018 durch den Abschluss einer Zusatz-Vereinbarung bezogen werden. Das Fleisch der Schafe und Schweine ist nicht bio-zertifiziert!

Schweine am Trog
Foto: Thomas Liebner

Die gesamte Betriebsgröße beträgt Ende 2018 ca. 6,7 ha.

Eine Kooperation mit anderen Biohöfen der Region ist nicht ausgeschlossen, wurde aber bisher nicht aktiv betrieben.

Die Bewirtschaftung der Ackerflächen und die Legehennenhaltung erfolgt unter Demeter-Richtlinien und wird dementsprechend zertifiziert und durch Grünstempel – Ökoprüfstelle e.V. (DE–ÖKO–021) kontrolliert.