Der Hof

Die Familie Nagel betreibt seit 30 Jahren einen 2 ha großen Gemüsebaubetrieb („von Aubergine bis Zucchini“) nach den Richtlinien des Demeter-Verbands. Das Überleben des Hofes, den zu Anfang 2013 beide Töchter mit ihren Familien übernommen haben, war aufgrund des zunehmenden Preisdumpings und der unsicheren Abnahmesituation auch im Bio-Einzelhandel und der für ausschließliche Direktvermarktung ungünstigen Lage in der bisherigen Form nicht möglich. Deshalb wird der Hof seit 2013 als Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) weitergeführt. Leas Vater betreibt parallel dazu den Hofladen in Groß Dahlum. Er kauft den Teil an Obst und Gemüse, den die SoLaWi nicht benötigt. Lea Nagel schätzt, dass sie  ca. 120 Menschen von April bis Dezember mit Gemüse und Obst versorgen kann.

In den drei großen Gewächshäusern wachsen seit Jahren erfolgreich sehr schmackhafte Tomaten, Auberginen, Gurken, Kräuter und vieles mehr. Schon früh im Jahr gibt es aus den Kalt-Folienhäusern z.B. Petersilie, Salate, Mangold, Mairübchen, Stangensellerie, Fenchel und Rucola. Im Freiland wachsen alle Sorten von Kräutern, Salate, Kohlrabi, Rhabarber, Zwiebeln, Sellerie, Zuckermais, Kürbisse, Zucchini, Gurken, Bohnen, sämtliche Kohlsorten, (wenige) Erdbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Pflaumen, Mirabellen, Äpfel, Brombeeren und vieles mehr. Alle Jungpflanzen werden im Betrieb selbst gezogen! Aufgrund des schweren Bodens können Kulturen wie Schwarzwurzel  nicht angebaut werden. Seitdem eine Dammfräse angeschafft wurde, ist auch der Anbau von Möhren, Pastinaken und Petersilienwurzel möglich. Durch die Zupacht von ca. 0,8 ha Ackerland können seit 2015 Kartoffeln, Zwiebeln und Kürbisse in größerem Umfang angebaut werden. Auch die Hühner haben ihren Auslauf teilweise im Kleegras auf der neuen Fläche. Das Anbausortiment legen Lea und die SoLaWi-Mitglieder gemeinsam am Jahresende für das nächste Jahr fest.

2015 wurde mit der Zucht von Rassehühnern begonnen. Die Marans (eine alte Zweinutzungs-Rasse) wurden  selber ausgebrütet und für die Legehennenhaltung weiter gezüchtet. Die Hähnchen wurden nach ca. 4 – 6 Monaten geschlachtet, da sie zu aggressiv wurden. Es sollte eine kleine Herde von 100 Legehennen entstehen. Die Eier sind ab 2016 in die Belieferung der Verteilstationen integriert. Leider war die Legeleistung der Maranen deutlich geringer als angegeben, und es gab Probleme mit den Brutmaschinen. Deswegen werden seit 2016 braune Junghennen von einem demeter-Zuchtbetrieb gekauft. Wir werden aber weiter versuchen, selbst zu züchten und haben einen „Gluck-Raum“ gebaut, in der Hoffnung, dass viele Hennen versuchen werden, ihre Eier selbst auszubrüten. Die Hühner haben tagsüber Auslauf auf verschiedenen Grünflächen und sind durch ein Netz vor Greif-Vögeln geschützt. Nachts und zum Eierlegen sind sie im mobilen Hühnerwagen.

Seit 2016 weiden einige Ostfriesische Milchschafe und ihre Lämmer die Grünflächen um die Obstbäume ab und sparen viel Hand-Mäharbeit. Die Schafe sind aber (noch) nicht Bestandteil der SoLaWi.

Eine Kooperation mit anderen Biohöfen der Region ist nicht ausgeschlossen, wurde aber bisher nicht aktiv betrieben.

Die Bewirtschaftung der Ackerflächen und die Legehennenhaltung erfolgt unter Demeter-Richtlinien und wird dementsprechend zertifiziert und durch Grünstempel – Ökoprüfstelle e.V. (DE–ÖKO–021) kontrolliert.

 

LeaFamilieKlein

Hier ein paar Eindrücke vom Hof: