Unsere SoLaWi im Mai

Unsere SoLaWi im Mai

Im Verhältnis zu den letzten Jahren war es in diesem Mai etwas kühler. Das tut den Pflanzen sehr gut, denn sie können langsam wachsen, ohne dabei Hitze- und Trockenstress ausgesetzt zu sein. Die Bauernregel „Ist der Mai kühl und nass, füllt der Bauer Scheun und Fass“ scheint in diesem Jahr seit Langem mal wieder zuzutreffen, was sich gerade schon an den Erntemengen zeigt.

Foto: SoLaWi Dahlum

Die ersten Möhrendämme wurden mit dem Pferd angehäufelt und nach dem Keimen der Sämlinge gejätet. Dabei ist es gar nicht so einfach, die Jungpflänzchen von den Beikräutern zu unterscheiden.

Bei den Stangenbohnen setzen wir in diesem Jahr auf regionale Sorten; das Saatgut bekamen wir vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN e.V.). Die traditionellen Rankgerüste aus Wolfenbüttel wurden uns gleich mitgeliefert. Daran wachsen jetzt die „Wolfenbüttler Sonntagsbohne“, „Omabohne“ und „Hildesheimer“.

Der Ingwer ist ausgetrieben (Foto: SoLaWi Dahlum)

Als kleines Highlight gibt es in diesem Jahr Ingwer, den wir selbst gezogen haben. Im vergangenen Jahr starteten wir mit einem kleinen Versuch – nun empfanden wir es als lohnenswert, einen größeren Versuch daraus zu machen.

Im Gewächshaus in der Südstraße entwickeln sich die Paprikapflanzen prima! Hier haben wir einfach das ganze Gewächshaus mit Weißklee als Untersaat ausgesät. Das bringt der Kultur zusätzliche Nährstoffe, denn Klee ist ein Stickstoffsammler, bindet diesen über seine Wurzeln und gibt ihn in den Boden ab.

Tomatenpflanzen mit Strohmulch (Foto: SoLaWi Dahlum)

Im Tomatengewächshaus sorgt Hochbinden und Ausgeizen der Pflanzen dafür, dass sie ihre Kraft voll in die Ausbildung der Früchte stecken. Auf ein paar Metern testen wir auch hier eine Kleeuntersaat, ansonsten mulchen wir weiterhin mit Stroh. Viele Betriebe verwenden in den Gewächshäusern schwarze Mulchfolien – diesen Müll und die Verwendung von Plastik wollen wir vermeiden; lediglich bei den Erdbeeren kommt sie zum Einsatz.

Um im Herbst noch etwas länger Tomaten ernten zu können, werden Tomatenstecklinge für den späten Satz gewonnen. Dafür muss man einfach einen ausgegeizten Trieb in einen Topf pikieren.

Der Blumenkohl aus dem Gewächshaus ist in diesem Jahr besonders schön und groß! Die ersten Sätze im Jahr sind immer die besten. Der Blumenkohl muss mindestens alle drei Tage geerntet werden, deshalb ist es gut, dass wir seit letztem Jahr eine kleine Kühlzelle haben, um ihn bis zur Auslieferung frisch zu halten.

Hier sind Nützlinge „zu Hause“ (Foto: SoLaWi Dahlum)

In diesem Jahr kam in den Gewächshäusern der erste (leichte) Schädlingsbefall durch das kühle Wetter recht spät. Somit mussten wir erst Ende Mai die ersten Nützlinge gegen Blattläuse bestellen. In kleinen Pappboxen werden Florfliegenlarven auf Buchweizenbasis in den gesamten Gewächshäusern verteilt. (Foto links) Am besten ist es, wenn man verschiedene Nützlinge miteinander kombiniert: Gute Blattlausvertilger sind auch Marienkäferlarven. Diese kommen in einer Packung mit Papierstreifen an und werden einfach auf ein paar befallene Pflanzen gestreut. Außerdem wurden auch noch auf aufgeklebte Florfliegeneier auf Papstreifen in die Kulturen gehängt. So schlüpfen zwei Wochen nach dem Ausbringen der Larven schon die nächsten. Dieser Einsatz wird mindestens noch einmal wiederholt.

Die Bienen sind im Mai im Vermehrungsmodus – wir haben Schwärme gefangen und Ableger gebildet. Zum Glück sammelten sie sich meistens bei uns an den Bäumen.

Anfang Mai zogen die Schweine ein. Sie fühlten sich gleich von Anfang an wohl und erkunden nun das riesige Gelände mit Wald und Wiese. Zur Fütterungszeit bekommt man sie schnell zu Gesicht, ansonsten sind sie oft kaum zu entdecken, da sie sich im Wald herumtreiben oder faul in den Hütten liegen.

Foto: SoLaWi Dahlum

Die Mutterschafe sind bei uns sehr lange mit ihren Lämmern zusammen, damit haben wir die besten Erfahrungen gemacht. Nun weiden sie gemeinsam die Gewässerschutzstreifen unseres Verpächters aus Wobeck ab. Dies ist eine wunderbare Kooperation – die Schafe haben Futter und pflegen zugleich die Flächen.

Eine Überraschung zum Schluss: Auf dem Acker zwischen den Heu- und Strohballen haben wir Fuchsbabys gefunden! Die Kleinen gehen nun abends schon allein auf Jagd; am liebsten fressen sie Mäuse. Es ist schön zu sehen, dass sich Tiere bei uns wohl fühlen und somit auch zum ökologischen Gleichgewicht beitragen können.

Nanu, was ist denn das? (Foto: SoLaWi Dahlum)